Blockheiz­kraftwerk

Strom und Wärme gleichzeitig erzeugen​

In Meßkirch und Umgebung

Ein Blockheizkraftwerk erzeugt aus einem Brennstoff gleichzeitig elektrischen Strom und nutzbare Wärme, mit einem Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 %. Kein anderes dezentrales Energiesystem arbeitet so effizient. Die Droxner GmbH aus Meßkirch plant, installiert und wartet BHKW-Anlagen für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte, Hotels, kommunale Einrichtungen und Industrie im Landkreis Sigmaringen und der Region Oberschwaben.

Von der Wirtschaftlichkeitsberechnung über die Förderantragstellung bis zur laufenden Wartung – wir begleiten Sie durch jeden Schritt. Und wer sich vorab ein Bild machen möchte: In unserem firmeneigenen Heizwerk in Meßkirch können Sie ein laufendes Mini-BHKW live besichtigen.

Was ist ein Blockheizkraftwerk? – Das Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip einfach erklärt

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Ein Motor treibt einen Generator an, der Strom erzeugt. Die dabei entstehende Motorwärme (Abwärme), die in einem konventionellen Kraftwerk ungenutzt verpufft, wird im BHKW vollständig für Heizung und Warmwasser genutzt.
Das Ergebnis: Aus 100 % eingesetzter Primärenergie werden typischerweise 25–35 % Strom und 55–65 % nutzbare Wärme – zusammen bis zu 90 % Gesamtnutzungsgrad. Ein zentrales Kohlekraftwerk erreicht nur rund 40 %; der Rest geht als Abwärme verloren.

Konventionelles Kraftwerk vs. BHKW:
Der entscheidende Unterschied

MerkmalKonventionelles KraftwerkBHKW (dezentral)
Stromerzeugungca. 35–45 %ca. 25–35 %
WärmenutzungKeine (Abwärme)ca. 55–65 % (vollständig genutzt)
Gesamtwirkungsgradca. 35–45 %bis zu 90 % ✅
CO₂-Einsparungkeineca. 20–40 % vs. Trennerzeugung
Netzübertragungsverlusteca. 5–8 %Keine (Erzeugung vor Ort) ✅
EigenstromanteilKeineBis zu 100 % ✅

Was ist ein Blockheizkraftwerk? – Das Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip einfach erklärt

KlasseEl. LeistungTherm. LeistungTypisches EinsatzfeldBrennstoff
Mikro-BHKW< 2 kW el.4–6 kW th.Einfamilienhaus, große EigentumswohnungErdgas, Flüssiggas
Mini-BHKW2–50 kW el.5–120 kW th.MFH, Gewerbe, Hotel, Kita, SchuleErdgas, Biogas, Flüssiggas
BHKW mittel50–500 kW el.80–700 kW th.Wohnanlagen, Industrie, KommunenErdgas, Biogas, Heizöl
Groß-BHKW> 500 kW el.> 700 kW th.Nahwärmenetze, Kliniken, IndustrieErdgas, Biogas, Klärgas

Mini-BHKW: Der Klassiker für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe

Das Mini-BHKW mit 2–50 kW elektrischer Leistung ist die meistinstallierte Klasse. Es eignet sich ideal für:
  • Mehrfamilienhäuser ab ca. 8–10 Wohneinheiten mit Zentralheizung
  • Hotels, Pensionen und Gaststätten mit ganzjährig hohem Warmwasserbedarf
  • Kindertagesstätten, Schulen und Verwaltungsgebäude
  • Gewerbebetriebe mit kontinuierlichem Wärme- und Strombedarf
  • Pflegeeinrichtungen und Seniorenheime
  • Nahwärmeverbünde mehrerer Gebäude mit gemeinsamem Speicher
Ein BHKW amortisiert sich umso schneller, je mehr Stunden es im Jahr läuft und je höher der gleichzeitige Bedarf an Strom und Wärme ist.
  • Sehr geeignet (> 5.000 h/Jahr): Hotels, Schwimmbäder, Pflegeheime, Krankenhäuser, Brauereien – überall dort, wo Wärme und Strom rund um die Uhr benötigt werden.
  • Gut geeignet (4.000–5.000 h/Jahr): Mehrfamilienhäuser mit Zentralheizung, Gewerbebetriebe mit geregelten Arbeitszeiten, Kommunalgebäude, Schulen.
  • Bedingt geeignet (< 4.000 h/Jahr): Einfamilienhäuser, saisonal betriebene Einrichtungen. Hier ist eine genaue Wirtschaftlichkeitsberechnung entscheidend – wir erstellen sie kostenlos.
KriteriumGünstig für BHKWWeniger geeignet
WärmebedarfHoch, kontinuierlich (> 50.000 kWh/a)Gering, saisonal
Volllaststunden> 4.000 h/Jahr< 3.000 h/Jahr
GebäudetypMFH, Hotel, Gewerbe, Pflege, SchuleEFH, Ferienhäuser
GasanschlussVorhanden oder planbarNicht vorhanden
FernwärmeKein FernwärmeanschlussFernwärme günstiger
  1. Eigenstromeinsparung: Selbst erzeugter und genutzter Strom spart den Bezugspreis aus dem Netz (ca. 25–32 Ct/kWh). Je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto kürzer die Amortisationszeit.
  2. Einspeisevergütung: Nicht selbst genutzter Strom wird gegen den KWK-Zuschlag ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet (ca. 5–10 Ct/kWh).
  3. Wärmekostenersparnis: Das BHKW ersetzt einen Teil der Wärmeerzeugung durch den Spitzenkessel. Die eingesparten Gaskosten erhöhen die Wirtschaftlichkeit direkt.
  • Stromsteuerbefreiung: Selbst genutzter Strom aus dem eigenen BHKW ist vollständig von der Stromsteuer (2,05 Ct/kWh) befreit – gilt für Anlagen bis 2 MW.
  • Mineralölsteuererstattung: Die Mineralölsteuer auf das eingesetzte Erdgas oder Flüssiggas wird vom Hauptzollamt erstattet – ca. 0,55 Ct/kWh eingesetztes Gas.
  • KWK-Zuschlag (KWKG 2023): Staatlicher Zuschlag auf jede eingespeiste und selbst genutzte kWh Strom über einen Förderzeitraum von 30.000 bis 60.000 Vollbenutzungsstunden.

Beispielrechnung: Mini-BHKW 20 kW el. im Mehrfamilienhaus (20 WE)

PositionWertErläuterung
Elektrische Leistung20 kW el.Nennleistung Strom
Thermische Leistung40 kW th.Nennleistung Wärme
Volllaststunden/Jahrca. 5.500 hTypisch für MFH
Jahresstromerzeugungca. 110.000 kWh20 kW × 5.500 h
Eigenverbrauch (60 %)ca. 66.000 kWhIm Haus selbst genutzt
Eigenstromeinsparungca. 17.500 €/a66.000 kWh × 0,265 €/kWh
Einspeisevergütung + KWK-Z.ca. 3.000 €/a44.000 kWh × 0,068 €/kWh
Stromsteuerbefreiungca. 2.250 €/a110.000 kWh × 0,0205 €/kWh
Mineralölsteuererstattungca. 1.100 €/aAuf eingesetztes Gas
Wärmekostenersparnisca. 5.500 €/aErsatz Spitzenkessel-Gas
Gasverbrauch BHKW (Kosten)ca. -12.000 €/aBetriebskosten Brennstoff
Wartung / Serviceca. -2.500 €/aJährliche Inspektion
Netto-Ertragca. 14.850 €/aVor Abschreibung
Investition inkl. Installationca. 60.000–80.000 €Je nach Anlage
Amortisationszeitca. 5–7 JahreNetto, ohne Sonderförderung

KWKG 2023: Staatliche Förderung für Ihre BHKW-Anlage​

Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) fördert Strom aus KWK-Anlagen durch einen staatlichen Zuschlag je erzeugter Kilowattstunde. Der Zuschlag gilt für selbst genutzten und eingespeisten Strom und wird für einen definierten Förderzeitraum gezahlt.
AnlagengrößeKWK-Zuschlag (Einspeisung)KWK-Zuschlag (Eigennutzung)Förderdauer
bis 50 kW el.8,0 Ct/kWh4,0 Ct/kWh60.000 Vollbetriebsstunden
50–250 kW el.6,0 Ct/kWh3,0 Ct/kWh30.000 Vollbetriebsstunden
250 kW – 2 MW el.5,0 Ct/kWh2,0 Ct/kWh30.000 Vollbetriebsstunden
über 2 MW el.AusschreibungAusschreibungAusschreibungsbasiert

GEG 2024 und BHKW: Was gilt?

Unser Rat

Wer heute ein neues BHKW plant, sollte von Anfang an den Einsatz von Biomethan oder Biogas prüfen. Biomethan ist gut verfügbar und ermöglicht einen klimaneutralen Betrieb bei gleichzeitig voller KWKG-Förderung.

BHKW kombinieren: Maximale Effizienz durch intelligente System­integration

Jetzt Wirtschaftlichkeits­berechnung und Beratung anfragen

Wir erstellen kostenlos eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung für Ihr Objekt – mit realer Amortisationsrechnung, Förderübersicht und konkreter Systemempfehlung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Blockheizkraftwerk

Ab wann lohnt sich ein BHKW?

Als Richtwert gilt: ab mindestens 4.000–5.000 Volllaststunden pro Jahr und einem Jahreswärmebedarf von mindestens 50.000–80.000 kWh. Ideal für Mehrfamilienhäuser ab ca. 8 WE, Hotels und Pflegeeinrichtungen. Wir berechnen die Wirtschaftlichkeit kostenlos für Ihr Objekt.
Grundsätzlich ja – Mikro-BHKWs unter 2 kW sind dafür konzipiert. Die Wirtschaftlichkeit ist im EFH jedoch begrenzt, da die Volllaststunden meist unter 3.500 h/Jahr liegen. Oft ist PV + Wärmepumpe wirtschaftlich attraktiver. Wir berechnen beide Szenarien ehrlich für Sie.
Hauptförderung: KWK-Zuschlag nach KWKG 2023 (8,0 Ct/kWh Einspeisung, 4,0 Ct/kWh Eigennutzung für Anlagen bis 50 kW, über 60.000 Vollbetriebsstunden). Hinzu kommen Mineralölsteuererstattung und Stromsteuerbefreiung.
Ein fossil betriebenes BHKW erfüllt die 65-%-EE-Anforderung des GEG nicht als alleinige Heizung. Mit mindestens 65 % Biomethan oder als Teil eines Hybridsystems ist GEG-Konformität möglich.
Moderne Mini-BHKWs sind schallgedämmt und erreichen ca. 48–58 dB(A) – vergleichbar mit einer normalen Unterhaltung. Bei korrekter Aufstellung im Heizraum mit Schwingungsentkopplung sind sie im Wohnbereich kaum wahrnehmbar.
Nach Betriebsstunden: alle 3.500–4.000 h Ölwechsel, Zündkerzen, Filter, Abgasmessung. Bei 5.000 Volllaststunden/Jahr sind das ca. 1–2 Wartungen jährlich.
Der Spitzenlastkessel übernimmt automatisch – die Bewohner merken nichts. Wir bieten Wartungsverträge mit garantierten Reaktionszeiten.
BHKW-Motoren sind auf 50.000–80.000 Betriebsstunden ausgelegt. Bei 6.000 h/Jahr entspricht das 8–13 Jahren bis zur Motorrevision – danach weitere 10–15 Jahre Betrieb möglich.
MFH: 5.000–7.000 h/Jahr. Hotels und Pflegeeinrichtungen: 7.000–8.500 h. Schwimmbäder und Brauereien: bis zu 8.760 h (Volllastjahr).
In den meisten Fällen ja – die Gasversorgung wird auf Biomethan-Tarif umgestellt, technische Anpassungen am Gerät sind meist nicht erforderlich. Wir koordinieren den Wechsel und die neue Förderanmeldung.